Hand aufs Herz: Hat sich unsere Meetingkultur in vier Wochen komplett verändert? Natürlich nicht. Und das war auch nie das Ziel. Unser Fokusmonat war eher ein Experiment: ein Monat, in dem wir bewusst auf etwas schauen wollten, das unseren Arbeitsalltag prägt wie kaum etwas anderes und gleichzeitig erstaunlich selten hinterfragt wird: Meetings. Wir wollten verstehen, was für uns gute Meetings ausmacht, wo wir Zeit verlieren und welche kleinen Veränderungen im Alltag tatsächlich einen Unterschied machen können. 

Der Weg durch den Februar: Speeddating, Heatmaps & Bingo 

Unser Ziel war es nicht, Meetings abzuschaffen, sondern sie als wertvolle Ressource zu begreifen. Hier ein kleiner Rückblick auf unsere Etappen! 

Woche 1: Die Bestandsaufnahme

Wir starteten analog am Kühlschrank und digital auf dem Miroboard mit der Frage, was ein gutes Meeting für uns überhaupt ausmacht. Die zentrale Erkenntnis: Ein gutes Meeting ist kein Hexenwerk, aber es braucht gute Basics. Eine Agenda, eine verlässliche Moderation, die richtigen Leute und eine klare Dokumentation sind entscheidend dafür, wie effizient ein Meeting wirklich ist. 

Woche 2: Die feinen Unterschiede

Unsere "Heatmap" hat gezeigt: Was ein wirksames Meeting braucht, hängt mit dem Kontext zusammen. Unsere täglichen Meetings gleichen einem Effizienz-Sprint. Hier zählt vor allem Zeitdisziplin. In wöchentlichen Terminen steigen die Ansprüche an Struktur. Wir benötigen eine klare Moderation und eine verlässliche Agenda, damit wir uns nicht verzetteln. Beim monatlichen Strategie-Event hingegen darf es länger dauern, solange die Moderation stark und das Ergebnis verlässlich dokumentiert ist. 

Woche 3: Die Realitätsprüfung

In der dritten Woche wollten wir herausfinden, was wir in Meetings wirklich tun - Gutes wie weniger Gutes! - und was wir gerne mal ausprobieren würden. Nach der Methode „Start, Stop, Continue“ wollten wir überprüfen, welche neuen Methoden ausprobiert werden dürfen, was in Meetings unbedingt vermieden werden sollte und was bereits gut funktioniert. 

Woche 4: Spielend zum Ziel

Mit dem Meeting-Bingo haben wir den Blick geschärft: Läuft es wirklich so schlecht? Spoiler: Oft läuft es schon ziemlich gut! Den Abschluss bildete unser Meetingkultur-Speeddating-Workshop, aus dem unsere neue BBHT Meeting Toolbox entstanden ist: ein kompakter Spickzettel für die tägliche Praxis mit Methoden, die uns helfen, Fokus zu bewahren und die Zeit aller Beteiligten wertzuschätzen. 

Drei Gedanken, die bleiben 

Der Fokusmonat ist vorbei, aber die Frage nach guter Zusammenarbeit bleibt. Drei Gedanken nehmen wir besonders mit. Zum einen lohnt es sich, bestehende Formate immer wieder zu hinterfragen. Ein „Das haben wir schon immer so gemacht“ ist selten ein gutes Argument dafür, ein Meeting weiterhin genau so abzuhalten. Zum anderen haben wir gemerkt, dass gute Meetings Teamarbeit sind. Die Verantwortung liegt nicht allein bei der moderierenden Person. Energie, Fokus und Beteiligung entstehen durch alle Teilnehmenden gemeinsam. Und schließlich zeigt sich immer wieder die Wirkung kleiner Veränderungen im Alltag: pünktlich beginnen, ein klares Ziel formulieren oder am Ende Ergebnisse festhalten. Das sind keine bahnbrechenden methodischen Neuerungen, aber oft genau die kleinen Impulse, die die Dynamik eines Meetings spürbar verändern. 

Und jetzt? 

Eine Meetingkultur verändert sich nicht in vier Wochen. Aber ein Monat ist schon mal ein guter Startschuss, um den Blick zu schärfen. Vielleicht ist das der wichtigste Effekt unseres Fokusmonats: Dass wir uns künftig häufiger fragen: Ist dieses Meeting gerade wirklich die beste Nutzung unserer gemeinsamen Zeit? Wenn die Antwort häufiger „Ja“ lautet als früher, hat sich der Monat schon gelohnt.