Mein erster Berührungspunkt mit Camunda war im Jahr 2013. Damals war ich Berater in einem Projekt der Provinzial NordWest, das eine Workflow-Engine einführen wollte, um die organisatorische Prozessorientierung auch in die Anwendungslandschaft zu tragen.

Wir hatten einen umfangreichen und sehr gut strukturieren Anforderungskatalog aufgestellt und eine beachtliche Liste von renommierten Unternehmen eingeladen, ihre Lösungen zu präsentieren. Mehr oder weniger per Zufall sind wir auch auf ein junges Startup aus Berlin aufmerksam geworden, das sich kurz zuvor gegründet hatte und auf Open-Source Basis eine Workflow-Engine entwickelt hatte, die „No-Bullshit-BPM“ versprach.

Die Geschichte ist kurz erzählt: Wir haben uns eine Reihe von Lösungen der großen Anbieter angesehen wie PEGA, SAP, IBM oder Oracle. Wir haben viele Power-Point Folien von komplexen BPM-Lösungen gesehen, die alle versprachen, dass man mit geringer Einarbeitungszeit und dem Einsatz spezialisierter Werkzeuge schnelle Ergebnisse erzielen könnte und dass diese Suiten exzellente Postkorblösungen, Auswertungsmöglichkeiten, Modellierungs- und Entwicklungswerkzeuge dafür bereitstellen. Manche brachten gleich noch einen ausgewachsenen Enterprise Service Bus mit - „Mit der entsprechenden, spezialisierten Hardware können Sie damit einen wahnsinnigen Throughput verarbeiten“. Was ebenfalls allen Lösungen gemein war: Es waren Suiten, die nur in geringem Maße modularisierbar waren. Eine Postkorblösung hatten wir schon, also wollten wir die bestehende gerne anbinden. „Können wir unseren Postkorb an die Workflow-Engine anbinden?“, war unsere Frage. Und die Antwort lautete:„Das ist nicht vorgesehen. Aber sie können natürlich die bestehende Postkorblösung mit unserem Produkt ablösen“. Genauso verhielt es sich mit dem Datawarehouse und den Entwicklungswerkzeugen. Um es im Camunda-Sprachgebrauch zu sagen: Bullshit! ;-)

Als einen der letzten Anbieter haben wir Camunda eingeladen. Zu unserer Überraschung kam keine Schar von Vertrieblern in den Raum, sondern nur Bernd Rücker, einer der beiden Gründer des Unternehmens. Abgesehen davon, dass er offenkundig seinen Anzug vergessen hatte, der doch obligatorisch für Vertriebstermine bei Versicherungen war, hatte er auch keine Powerpoint-Folien dabei, sondern schlug vor, dass wir doch lieber einen ersten Prozess implementieren, damit wir direkt sehen wie man mit Camunda-BPM arbeitet. Gesagt, getan! Wir haben gemeinsam innerhalb eines Tages gesehen, wie man auf der grünen Wiese einen Prozess modelliert, implementiert, deployed, ausführt, überwacht und wieder anpasst. „Können wir unsere bestehende Postkorblösung anbinden?“ Bernd: „Klar, da habt ihr ja viel investiert. Wir haben offene Schnittstellen, die eine Einbindung ermöglichen. Ihr könnt die Usertasks auch in eurem eigenen Oberflächenframework bauen.“ Bingo!

Fast sieben Jahre später ist der Einsatz von Camunda-BPM bei der Provinzial NordWest eine große Erfolgsgeschichte geworden. Einige der Lösungen, die wir uns damals angesehen haben, sind nicht mehr existent. Camunda ist zu einem der führenden Anbieter von Workflow-Engines geworden und die BBHT wurde gegründet. Der Kontakt und die Zusammenarbeit mit Camunda war in all den Jahren immer hervorragend. Mit der Übernahme weiterer Camunda-Projekte und dem einhergehenden Skillaufbau in der BBHT haben wir beschlossen, unsere Zusammenarbeit zu intensivieren, und eine Partnerschaft vereinbart.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und auf viele spannende Projekte in denen wir GEMEINSAM, INNOVATIV und ERFOLGREICH die Digitalisierung unserer Kunden vorantreiben.

Björn Brinkmann
Autor: Björn Brinkmann
Björn Brinkmann ist als Enterprise Architekt und Prozess Analyst bei der BBHT Beratungsgesellschaft tätig. In mehr als 10 Jahren Erfahrung als Berater hat er sich auf die Branche Versicherungswirtschaft und die Themen Enterprise Architecture Management (EAM), Business Process Management (BPM) und agiles Projektmanagement fokussiert.

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