“From Enterprise Architecture to Software Design” lautete der Titel einer Gastvorlesung von Björn Brinkmann und mir an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. In der 90-minütigen Vorlesung präsentierten wir den Studierenden unsere praktischen Modellierungserfahrungen in der Versicherungswirtschaft. Der Beitrag war ein praxisbezogener Teil der Vorlesungsreihe "Information Modeling" im Masterstudiengang für Wirtschaftsinformatiker.

Gastvorlesung Ausgehend von der Unternehmens-Architektur eines imaginären Versicherers konnten wir aufzeigen, wie wichtig die Rolle von Modellen ist: Einerseits dienen Modelle als Spezifikation für die IT, andererseits auch als Abbildung der Anforderungen der Fachbereiche. Wenn es gelingt, Modelle verständlich zu gestalten und alle Beteiligten umfassend einzubinden, steigt auch die Akzeptanz auf beiden Seiten. Modelle sind also ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ein gelebtes Business-IT-Alignment. 

Dabei gilt es immer, den Modellierungszweck und die verschiedenen Stakeholder zu berücksichtigen. Im Kontext von Enterprise Architekturmodellen kann es durchaus Modelle geben, die nicht einem stringenten Metamodell folgen, wenn dies ermöglicht, dass sich alle Beteiligten mit den wesentlichen Aussagen und Zielen des abgebildeten Sachverhalts noch besser identifizieren können. Wenn hingegen Modelle im Kontext der Spezifikation eines IT-Systems verwendet werden oder sogar - wie im Kontext der BPMN - direkt ausführbar sind, ist die Einhaltung von Metamodellen eine absolute Notwendigkeit. Hier ist in der Regel sogar eine Konkretisierung der Verwendung des jeweiligen Metamodells anzustreben und über Modellierungsrichtlinien dafür zu sorgen, dass Modelle vergleichbar und einheitlich werden.

Eine besondere Herausforderung beim Einsatz von Modellen ist, die Aktualität dieser zu gewährleisten. Auch darauf sind wir im Rahmen des Vortrags eingegangen. Zusammenfassend kann man festhalten, dass insbesondere für detailreiche Modelle im Kontext von Spezifikationen zu prüfen ist, ob diese über entsprechende Werkzeuge automatisiert mit der konkreten Implementierung abgeglichen werden können. Bei allen anderen Modellen gilt der Grundsatz: Weniger ist mehr. Denn falsche Modelle sind häufig schlechter als keine Modelle.

Beispielhaft wurde den rund 20 internationalen Studierenden ein Einblick in verschiedene (BPMN-) Prozesse und UML-Diagramme gegeben, die in der Praxis Anwendung finden. Dabei lag der Fokus auf den selbst auferlegten Modellierungsrichtlinien der Projekte. Die anschließende Diskussion über die Nutzung verschiedener Notationen rundete den Austausch zwischen Theorie und Praxis ab.

Vielen Dank an alle Teilnehmer für euer Interesse und die spannenden Gespräche. Björn und ich hatten viel Spaß und konnten auch für unsere Arbeit noch etwas mitnehmen.

Michael Kormann
Autor: Michael Kormann
Michael Kormann ist als Business und Data Analyst bei der BBHT Beratungsgesellschaft tätig. Seine analytischen Fähigkeiten bringt er seit 2017 in das Business Intelligence Team der BBHT und in die Projekte unserer Kunden ein.

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